Toskana Pisa
Pisas historischer Glanz strahlt noch heute weit ins Umland, ablesbar an unzähligen Palästen und Verteidigungsbauten. Von den Römern zu einem wichtigen Hafen ausgebaut, entwickelte sich Pisa zu einer mächtigen Seerepublik mit starker Flotte. Neben Florenz konnte sich die Stadt vom 11. bis 13. Jhdt. als führende Macht in der Toskana behaupten. Der an der Mündung des Flusses Arno ins Meer gelegene Hafen verlandete mit der Zeit durch das Schwemmland, das der Fluß aus dem Landesinneren mit sich führte und im Mündungsgebiet ablagerte. Er mußte aufgegeben werden, und Pisa verlor die Grundlage für seine wirtschaftliche und politische Macht. Heute liegt die Stadt 9 km vom Meer entfernt.
Die Provinzhauptstadt Pisa, Geburtsort des Physikers und Astronomen Galileo Galilei, ist Sitz einer altehrwürdigen, bedeutenden Universität sowie zweier Elitehochschulen.
Zweifellos besonders sehenswert ist in Pisa die Piazza dei Miracoli, auf der sich der Dom Santa Maria Assunta, der als Schiefer Turm bekannte Glockenturm (Campanile) des Doms, das Battistero (die größte Taufkirche des Christentums) und der Campo Santo (Friedhof) befinden. Dieses auf der Welt einzigartige Ensemble ist 1987 von der Unesco als Weltkulturerbe eingestuft worden.
Gut 40.000 Studenten sorgen dafür, daß Du Pisa nicht nur als Stadt mit einer langen, bewegten Historie wahrnimmst, sondern auch als einen jung gebliebenen, lebendigen Ort im Hier und Jetzt.
Der Schiefe Turm
Der Schiefe Turm von Pisa ist neben einem leuchtendroten Campari Soda, in der kleinen Flasche oder im Glas, wohl das Zeichen für Italien schlechthin, das auf der ganzen Welt verstanden wird. Mehrere Millionen Touristen strömen jedes Jahr in die Stadt, um ihn sich anzusehen und um ein paar Erinnerungsfotos zu schießen.
Von dem 1173 begonnenen Bau, der ursprünglich eine Höhe von 100 m erhalten sollte, wurden nur knapp 56 m realisiert. Weil der Boden nachgab, wurde der erste Bauabschnitt unterbrochen, als der 3. Stock halb fertiggestellt war. Ursache für die Neigung des Turms und - obgleich nur in geringem Umfang – auch der anderen Gebäude auf der Piazza dei Miracoli ist die Nachgiebigkeit des Lehmbodens. 1275 kamen drei Stockwerke hinzu. Dabei wurde versucht, durch Drehung des neuen Bauteils entgegen der Neigungsrichtung den Turm wieder lotrecht auszurichten. Mitte des folgenden Jahrhunderts wurde der Bau durch Hinzufügen des Glockenraums beendet.
Seither hat sich der Überhang des Schiefen Turms substantiell erhöht. Doch es gab auch lange Perioden, in denen sich der Boden nicht bewegte oder die Neigung sogar zurückging. In den letzten Dekaden des 20. Jhdts. hatte sich die Neigung so deutlich verstärkt, daß man sogar mit dem Einsturz rechnen mußte. Der Turm wurde für Besucher gesperrt. 1990 begannen umfangreiche Konsolidierungsarbeiten, die Ende 2001 mit Erfolg abgeschlossen werden konnten. Du kannst den Schiefen Turm jetzt wieder besuchen.
Volterra
Volterra ist ein sehr alter Ort, von den Etruskern in strategisch günstiger Position hoch oben auf einem Hügel erbaut. Es war eine der zwölf bedeutendsten Städte in Etrurien, dem Reich der Etrusker. Aus dieser Epoche sind heute noch die Stadtmauer, die Porta all’ Arco und die Nekropolis Marmini übriggeblieben. Das Stadtbild prägen die Epochen des Mittelalters und insbesondere der Renaissance. Malerische Gassen und Plätze, gesäumt von prachtvollen Palästen, erzeugen die Impression einer in langer Geschichte ruhenden kleinen Stadt, die ein angenehmes Leben zu versprechen scheint. Volterra beherbergt eines der bedeutendsten italienischen Museen für Kunst und Kultur der Etrusker (Museo Etrusco Guarnacci).
Volterra ist ein Zentrum des Alabaster- Kunsthandwerks. Aus diesem warmen, durchscheinenden Stein, der in der Umgebung abgebaut wird, fertigten die Etrusker ihre Aschenurnen. Interessant ist der Besuch einer der zahlreichen Werkstätten. Jedoch nicht jedes Stück aus Alabaster, das man heute in Volterra kaufen kann, ist dort auch entstanden. Manche Händler bieten Importware an, die nicht leicht als solche zu erkennen ist.
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